Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff?

Eine Woche Kreuzfahrt ist viel zu kurz? Ein Monat lange nicht genug? Selbst ein Jahr… Aber das könnte auch teuer werden.

Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Arbeiten muß man sowieso. Warum nicht an Bord eines Kreuzfahrtschiffes?

Kreuzfahrten sind DAS boomende Feld in der Touristik, immer mehr und immer größere Schiffe werden gebaut, für immer mehr Gäste. Und die wollen Service. Kein Wunder, daß für die Betreuung an Bord auch immer mehr Personal gebraucht und gesucht wird. Allein bei AIDA Cruises arbeiten z.B. derzeit 6.900 Mitarbeiter aus 40 Nationen, 6.000 davon an Bord, 900 an den Unternehmenssitzen in Rostock und Hamburg. Und weitere Schiffe sind in Planung bzw. bereits in Bau, nicht nur bei AIDA. Dort steht z.B. als nächstes die AIDAprima an, TUI Cruises läßt die Mein Schiff 4 zu Wasser.

Wie aber kommt man nun an die begehrten Jobs?

In diesem Jahr lädt z.B. AIDA Cruises wieder zu den exklusiven AIDA Career Days ein. Finish Reading: Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff?

Ausblick: Mein Schiff 4

Am gleichen Tag (20.4.2015), an dem in Southampton die in der Papenburger Meyer-Werft gebaute Anthem of the Seas getauft wurde, wurde vor Finnland erstmals die neue Mein Schiff 4 auf hoher See getestet. Die Mein Schiff 4 wurde in der ehemaligen STX Werft Finland gebaut, die neuerdings ebenfalls zur Meyer-Werftengruppe gehört.

Anfang Mai soll die Mein Schiff 4 an TUI Cruises übergeben und am 6.5.2015 in Kiel getauft werden. Auch die Taufpatin ist inzwischen bekannt: Es wird die mehrfache Schwimmweltmeisterin Franziska von Almsick sein!

Sehr schnell ausverkauft waren übrigens die drei Testfahrten (Testfahrt, Vorpremierenfahrt, Generalprobe), die noch vor der Taufe durchgeführt werden. Solche (oft eher kurzen) Testfahrten sind inzwischen fast üblich, nicht, um die Technik unter echten Bedingungen zu testen, sondern auch der Mannschaft Gelegenheit zu geben, das Schiff besser kennenzulernen. Schließlich ist auch für das Personal das Schiff neu. Da wollen die kürzesten Wege gefunden sein und die Abläufe müssen sich einspielen, z.B. in der Küche, damit das Essen nicht kalt wird. Schließlich erwarten die Gäste der Jungfernfahrt und der Premierensaison einen perfekten Service und Personal, das sich auf dem Schiff auskennt. Aufregende Zeiten also nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Mannschaft!

Und die Zeiten bleiben aufregend: 2016 und 2017 sollen die Mein Schiff 5 und 6 folgen!

Vollmond in der Antarktis

Lesetipp: Einen etwas anderen Bericht über eine Antarktis-Kreuzfahrt findet sich aktuell auf Spiegel.de, der auch mit einigen schönen und ungewöhnlichen Fotos bebildert ist, die sowohl den Reiz der Antarktis zeigen (selbst der Mond beeindruckt!), aber auch die schweren Lebensverhältnisse verdeutlichen, z.B. am Beispiel der historische Hütte der Nimrod-Expedition von Ernest Shackleton. Kein Vergleich zu den Annehmlichkeiten von heute. Lt Artikel ist heute der Hubschrauber im Einsatz, so etwas gab es damals schlichtweg nicht. Obwohl man ihn gut gebrauchen kann, denn einfache Sätze wie “In der Ferne zieht die bis zu 100 Meter hohe und 500 Kilometer lange Kante des Ross-Schelfeises vorbei.” machen die eisigen Dimensionen vor Ort deutlich.

Vulkane in der Antarktis? Erwartet man da auch nicht unbedingt. Der 3794 Meter hohe Mount Erebus ist nicht nur der aktivste Vulkan der Antarktis, sondern auch der südlichste der Erde, 1500 Kilometer vom Südpol entfernt.

Interessant ist auch der Hinweis, daß das im Sommer eisfreie Rossmeer voller Leben ist, die reichen Fischbestände – Nahrungsgrundlage z.B. für Pinguine und Wale – aber inzwischen durch internationale Fangflotten stark bedroht sind, weil der Antarktisvertrag zwar für die Land- und Schelfeisgebiete gilt, aber eben nicht für das Rossmeer.

Diese “Feinheiten” internationaler Verträge am anderen Ende der Welt bekommt man nur selten mit, dabei gehört auch Deutschland zu den Unterzeichnern. Inzwischen gibt es zwar auch eine internationale “Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis”, aber ob die CCAMLR bisher wirklich erfolgreich war, scheint anzweifelbar.

 

Taufe der Anthem of the Seas

Da wird sich der alte Poseidon freuen: Am 20.April 2015 wurde nicht nur eine Hymne auf die Meere gesungen, sondern gleich in Form der Anthem of the Seas als 23.Schiff von Royal Caribbean International (RCI) in Southampton getauft. Ein weiteres Loblied stimmte die 27jährige Emma Wilby, die nicht nur singen kann, sondern die Taufpatin der Anthem of the Seas ist. In diesem Fall (noch) ohne großen Promi-Faktor, als Mitarbeiterin eines schottischen Reisebüros aber den Kreuzfahrten sehr verbunden und ausgewählt in einem großbritannienweiten Castingverfahren.

Ein paar Eindrücke von der stimmungsvollen Tauffeier vermittelt dieses kurze Video. Wer genau hinschaut erkennt, daß nicht alle Schiffe am Bug getauft werden. Und entdeckt Bernhard Meyer, der sicher stolz darauf sein kann, daß die Anthem of the Seas – neben dem Schwesterschiff Quantum of the Seas das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff – von seiner Meyer-Werft in Papenburg gebaut wurde.

In ihrer Premierensaison wird die 348m lange und 41m breite Anthem of the Seas zunächst auf der Route Southampton-Mittelmeer unterwegs sein, bevor es am 27.Oktober nach New York geht. Die Anthem of the Seas bietet in 2.076 Kabinen Platz für 4.152 Passagiere (bei Doppelbelegung).

Langweilig wird einem auf jeden Fall nicht: Broadway-Unterhaltung a la “We will Rock you” mit den Hits der Gruppe Queen sind hier nur EIN Beispiel. Mehr dazu und auch den technischen Neuerungen und Highlights in einem späteren Artikel.

Alle Reisen der MS Deutschland abgesagt

  • Kunden erhalten Anzahlungen zurück
  • Verhandlungen mit Investoren dauern an
  • Mitarbeitern der Reederei Peter Deilmann drohen Kündigungen
  • Stammbesatzung des Kreuzfahrers wird weiterbeschäftigt

Am 20. Januar hat Reinhold Schmid-Sperber, Insolvenzverwalter der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft sowie der Reederei Peter Deilmann, alle geplanten Reisen der MS Deutschland abgesagt. „Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren für das Schiff sind noch immer nicht abgeschlossen. Um Gästen und Vertriebspartnern Planungssicherheit zu geben, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschlossen“, sagt Schmid-Sperber. Gäste, die bereits Zahlungen geleistet haben, bekommen diese über den Kundengeldabsicherer zurückerstattet. Dafür erhalten sie in den kommenden Tagen ein Schadenformular zugesandt. Gleichzeitig informierte der Insolvenzverwalter die Belegschaft der Reederei Peter Deilmann, demnächst allen 48 Beschäftigten innerhalb der gesetzlichen oder vertraglichen Kündigungsfristen kündigen zu müssen. 30 Mitarbeiter werden freigestellt. „Ich bedauere diesen Schritt persönlich sehr“, sagt Schmid-Sperber. „Leider fehlt es uns sowohl an Beschäftigung, als auch an Geld für Löhne und Gehälter.“ Derzeit laufen noch die Sozialplan-Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Die 50-köpfige Stammbesatzung der MS Deutschland wird hingegen weiterbeschäftigt, um den Betrieb des Schiffes sicherzustellen. „Dies ist für Sicherheit und Werterhalt des Schiffes unverzichtbar“, so Schmid-Sperber.